Besuch im Paraplegiker Zentrum Nottwil

Ein eindrücklicher Ausflug, der eine interessierte Panther-Gruppe in die wenig bekannte Welt querschnittgelähmter Menschen einführte.

Bericht: Ruth Sager
Fotos: Züsi Widmer

Nach dem Mittagessen im Selbstbedienungsrestaurant des Zentrums wurden wir von Frau Zaugg, einer aufgestellten und interessanten Rollstuhlfahrerin, im ParaForum empfangen. Zuerst zeigte sie uns kurze Videos von Patienten mit Para- oder Tetraplegie, die darin vom langen und emotionsreichen Weg in ein Leben als Rollstuhlfahrer erzählten.

Danach erlaubte sie uns einen Einblick in den Alltag eines Paraplegikers mit all den Problemen, die wir uns gar nicht so richtig vorstellen können. Vom Stuhlgang über Sexualität und Fortpflanzung bis zu alltäglichen und Hindernissen im öffentlichen Raum, z. B. wie zieht man seine Jeans und die Socken an? Da ist einige Akrobatik gefragt, aber auch Tricks helfen dabei, besonders bei Tetraplegikern, die auch mit dem Gebrauch der Hände Schwierigkeiten haben.
In einem eindrücklichen Film sahen wir, wie der Ellbogen-Beugemuskel durch eine Operation zum Daumen geführt werden kann, was den Gebrauch des Daumens nach einem intensiven Training wieder ermöglicht.

Nach diesen interessanten Einblicken ging es dann auf einen Rundgang durch das Zentrum wo wir verschiedene Ateliers und Werkstätten sahen. Hier erlernen die Patienten neue Fertigkeiten oder können ihren Hobbys nachgehen. Im Hinblick auf eine neue berufliche Ausrichtung werden ihre Interessen und Möglichkeiten getestet. Auch sportliche Ambitionen werden geweckt und gefördert.

Daneben gibt es eine grosse Werkstatt, in der Rollstühle ganz genau auf Körperbau und Einsatzgebiet angepasst werden und auch Zugmaschinen in unterschiedlichen Ausführungen zum Testen bereitstehen. Dass auch Anpassungen im Haus oder der Wohnung der Paraplegie-Patienten genau überprüft und begleitet werden, macht die Rückkehr in ein selbständiges Leben erst möglich.

Zum Schluss konnten wir in einer Testwohnung all die verschiedenen Hindernisse und deren Lösung selber begutachten.

Ina Brigitte danken wir herzlich für die perfekte Organisation des Besuchs, der uns mit der wenig bekannten Welt der querschnittgelähmten Menschen bekannt machte.

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