Grindelwald First zur Grossen Scheidegg

Aus der Zweitagestour wurde eine Eintagestour mit recht winterlichen Bedingungen. Doch Spass und Nervenkitzel blieben.

Eine Hauch von Mystik und Bergpanoramen

Bericht von Daniel Megert
Fotos von Krystina Akrmann, Elisabeth Vogt, Daniel Megert

Die ursprünglich geplante 2-Tagestour, Grindelwald First hinauf zum Hornseeli und 1000 Höhenmeter hinab zur Schwarzwaldalp, musste wegen geringer Teilnehmerzahl in eine Eintagestour abgeändert werden. Schliesslich liess der Wettergott nur zu, dass wir eine leichte Ersatzwanderung durchführen konnten.

Die malerische Strecke von Grindelwald First zur Grossen Scheidegg verspricht eine unvergessliche Wanderung mit atemberaubenden Ausblicken. Während des gesamten Pfades geniesst man grandiose Blicke auf das Grindelwaldtal sowie auf die majestätischen Gipfel von Eiger, Mönch und Jungfrau. Oder besser gesagt, man sollte diese Ausblicke geniessen können – sofern der launische Wettergott mitspielt. Bei unserem Abenteuer überraschte er uns mit Nebel und einem Hauch von Schnee, der den Startpunkt in eine geheimnisvolle Atmosphäre tauchte.

Der Beginn unserer Expedition war Grindelwald First, wo wir nach einer mühelosen Zug- und Gondelfahrt erstmal ein Kaffi-Gipfeli genossen. Und obwohl die Wetterbedingungen etwas trüb waren, liessen wir es uns nicht nehmen, den Grindelwald First Cliff Walk zu erleben. Eine spektakuläre Hängebrücke führte uns um den First Gipfel herum zu einer Terrasse, die sich 45 Meter über dem Tal erstreckte. Trotz der Nebelfetzen verlieh diese kurze Nervenkitzel-Session unserem Abenteuer eine mystische Note. Der Walk war kostenlos und als Einbahnstrasse gestaltet – ein absolutes Muss für alle, die schwindelfrei sind!

Wir zwölf Abenteurerinnen und Abenteurer setzten unseren Weg plaudernd und fröhlich auf dem Höhenweg zur Grossen Scheidegg fort. Hier hatten wir die Wahl zwischen dem «Höhenweg» und dem «Panoramaweg». Beide Pfade führten über malerische Almwiesen und boten beeindruckende Ausblicke auf die umliegenden Berggipfel. Da wir Bergwege bevorzugen, entschieden wir uns für den Höhenweg. Der Panoramaweg, oft als die «Autobahn für wandernde Touristen» bezeichnet, schlängelte sich unterhalb unseres Pfades und bot ähnlich eindrucksvolle Aussichten, jedoch etwas tiefer und geradliniger.

Nach etwa zwei Stunden erreichten wir schliesslich die Grosse Scheidegg. Im Gegensatz zur stark frequentierten «Kleinen Scheidegg» fand sich hier lediglich ein Berghotel und natürlich eine herausragende Aussicht. Wir beschlossen, im Restaurant einzukehren, und wurden mit hervorragendem Service und vorzüglicher Küche belohnt. Während wir uns auf die Abfahrt nach Grindelwald vorbereiteten, trat der freundliche Busfahrer an uns heran und versicherte uns, dass wir uns keine Sorgen machen müssten. Er hatte extra für uns einen zweiten Bus organisiert. Als Dankeschön spendierten wir ihm einen Kaffee.

Die Busfahrt zurück nach Grindelwald war ein Abenteuer für sich (gegen Gebühr, versteht sich). Wir fuhren hinter dem vorausfahrenden Linienbus auf einer schmalen, kurvenreichen Privatstrasse und der Bus vor uns kündigte jede Biegung mit einem ohrenbetäubenden Hornsignal an. Ein wahrer Genuss! Dabei erwies sich Jean-Pierre als unser Bergexperte und gab uns wertvolle Einblicke in Wanderwege zur Glecksteinhütte und zur Pfingsteggbahn. Die Alp Pfingstegg, ein UNESCO-Weltkulturerbe, steht definitiv auf unserer Liste für zukünftige Wandertouren.

Diese Wanderung von Grindelwald First zur Grossen Scheidegg war zweifellos ein unvergessliches Erlebnis – voller unerwarteter Wendungen und atemberaubender Kulissen.

Dank geht an die Mitwanderer und an Elisabeth Vogt für ihre grossartige Organisation.

Bilder von Elisabeth

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