Seid wachsam, Trickbetrüger unterwegs!

Immer mehr, besonders ältere, Menschen fallen auf Trickbetrügereien herein, die von Monat zu Monat erfinderischer werden. Hier ein paar Beispiele aus der Pantherfamilie - zur Warnung.

Zwei unserer Panther hatten in der letzten Zeit unter Trickbetrügereien zu leiden. Aus diesem Grund schildern wir hier die unterschiedlichen Methoden, um weitere Panther für solche Arten von Betrügereien zu sensibilisieren.

Fall 1:

Spätabends bekommt die erste Graue Pantherin eine sms: «Hoi Mami, dies ist meine neue Natelnummer. Bitte kontaktiere mich.» «Aha» denke ich, «jetzt hat das – seit längerem spukende – Natel meiner Tochter den Geist aufgegeben». Ich nehme via WhatsApp Kontakt auf. Bald habe ich folgende Infos: «Es geht mir nicht gut», «viiiel Stress», «ich schäme mich», «finanzielles Problem», «niemand sollte es erfahren», «15000.-» Sofort bin ich in grosser Sorge. Am nächsten Tag: Auf Telefonanruf reagiert die Tochter nicht. «Sie kann nicht wegen der Geheimhaltung», denke ich. Ca. 13.30 betrete ich meine Bank und will das Geld überweisen. Bis dann habe ich erstaunlicherweise keine Zweifel und es kommt mir nicht im Entferntesten in den Sinn, dass es vielleicht NICHT meine Tochter ist, mit der ich seit dem Vorabend regelmässig via WhatsApp kommuniziere. Doch Rettung naht: Der sehr junge Bankangestellte verlangt, was mich anfänglich nervt, dass ich direkten mündlichen Kontakt zu meiner Tochter herstelle. Die ‹alte› Natelnummer ist schon gelöscht, doch auf Umwegen gelingt der direkte Kontakt. Es dauert dann ca. 5 Sekunden bis mir endlich die Schuppen von den Augen fallen… Dieser junge Banker ist mein Held!

Fall 2:

Die zweite graue Pantherin wartet auf telefonische Anmeldungen und nimmt daher das Telefonat von einer 077…er Nummer entgegen. Es meldet sich auf Berndeutsch der vermeintliche Sicherheitsdienst ihrer Bank. Hat sie ein grösseres, teures, elektronisches Gerät bei MediaMarkt bestellt? Nein. Will sie Klage gegen Unbekannt einreichen. Ja.

In diesem Fall wird sie jetzt direkt mit einem Polizeibeamten verbunden (die telefonische Verbindung bleibt während der gesamten Transaktion, bis zur Übergabe des Geldes, bestehen!) Dieser vermeintliche Polizist versichert ihr, der Auftrag sei storniert, alles ok. Aber der nette Herr O. vom Sicherheitsdienst hat noch ein Anliegen: Sie (Sicherheitsdienst) vermuten, dass einer der Schalterbeamten ein «Maulwurf» ist, Schecks fälscht, Falschgeld in Umlauf setzt etc. Wäre sie bereit, der Bank zu helfen? Natürlich! Es handelt sich schliesslich um IHRE Bank. Sie soll also zur Bank gehen und einen vierstelligen Betrag – genügend Material für Fingerabdrücke, interessant für einen «Maulwurf» – am Schalter abheben und keine Auskunft geben, wofür sie das Geld braucht. Gesagt, getan.

Wieder zuhause, gibt sie O. die Nummern der Geldscheine an, der kurz darauf bestätigt, bei diesem handle es sich um Falschgeld. Ob sie nach St. Gallen kommen könne mit dem Geld? Nein! Gut, dann würde der Sicherheitsdienst jetzt einen Kurier der Kapo schicken, dem sie das Geld aushändigt. Im Austausch erhält sie eine Quittung, womit O. ihrem Konto den Betrag dann wieder überweisen würde. Er bedankt sich bei ihr im Namen der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland und bittet sie, bis zum nächsten Morgen niemandem etwas zu erzählen, um die Ermittlungen nicht zu gefährden…

In diesem Fall ging es leider nicht so gut aus, wie im vorherigen: das Geld war und blieb weg.

Aufruf!

Wenn euch Ähnliches passiert ist, oder ihr jemanden kennt, der einem Betrüger in die Hände fiel: Redet drüber! Geht zur Polizei! Meldet es der Presse! Nur durch Kommunikation kann diesen Trickbetrügern das Handwerk gelegt werden. Je besser ihre Methoden bekannt sind und je öfter man über solche Verbrechen liest, desto eher ist man gegen sie gewappnet. Daher: Helft euren Mitmenschen, nicht dieselben Fehler zu machen wie ihr! Vielen Dank!  

Nützliche Links zum Thema

Die Postfinance hat unter dem Titel «Die Maschen der Betrüger:innen. Das sollten Sie wissen» eine aufschlussreiche Sammlung an Betrugsmethoden zusammengestellt.

«Medienmitteilung Kanton Bern: Betrügerische Telefonanrufe – Vorsicht geboten!»

Polizei Schweiz hat eine Sammlung von Beispielen zusammengestellt.

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