Kindermuseum Baden

Eine kleine aber sehr interessierte Schar an Pantherinnen machte sich auf nach Baden, um das Kindermuseum zu besuchen. Die Führung sorgte dafür, dass sie auch sehr viel über Baden erfuhren.

Bericht und Fotos von Susanne Blaser

Es gibt so viele gute Gründe, Baden mit der Bahn ohne Umsteigen zu besuchen! Ein behaglicher Bummel entlang der Limmat durch die Häuserzeilen der Altstadt, wo jedes Haus angeschrieben ist mit Namen, wie: zum gold brunnen, zum roten bären, zum wyssen wynd, Holzvogt Bodmer, Fuchsen Haus, Ulrich Freyen sel. Hus, Laubfrösch , Scharfrichters Haus, Esel, zum Schwanen… man könnte dann noch weiter bummeln zu den Thermalbädern, und im Neusten, von Mario Botta entworfen, verweilen. Die Spanischbrötli Bahn war die erste Zugverbindung der Schweiz, von Zürich nach Baden, damit in den herrschaftlichen Häusern der Zürcher das feine Gebäck aus Baden noch frischer auf den Tisch kam.

Nach Kaffee und Gipfeli waren wir gestärkt für die knapp viertelstündige Wanderung durch die Fussgängerzone zum Kindermuseum, das nachmittags auch ohne Führung besucht werden kann. Die Führung mit Daniel Kaysel hat sich allerdings sehr gelohnt!

Die Wunderkammern des Museums befinden sich auf fünf Stockwerken der Villa Funk, erbaut in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts. Funk war ein Geschäftspartner der Industriellen Charles Brown und Walter Boveri. Schon vor der Haus-Führung durch die Geschichte der Kinder, der Kinderpädagogik, den Biografien von Pestalozzi oder Montessori, der wundersamen Kreisel, der ältesten Puppe, der herrlichen Puppenhäuser, der Barbie Sammlung, der Holzspielzeuge aus dem Erzgebirge – haben wir so vieles erfahren über die Geschichte der Industrialisierung, die Baden Wohlstand brachte, und über dieses spezielle Haus. Wir sind wahrlich in eine Märchenwelt eingetaucht und vieles in den gut beleuchteten Glaskästen hat uns an unsere Jugend erinnert.

Berühmt im Kindermuseum sind auch seit vielen Jahren die Sonderausstellungen die anfangs November eröffnet werden, zu Weihnachten. Jedes Jahr zu einem anderen Land. Dieses Jahr haben wir etwa vernommen, wer in Holland die Geschenke für die Kinder bringt.

Angefangen hat die Geschichte des Museums mit dem systematischen Sammeln kindheitsgeschichtlicher Objekte durch die Eltern Kaysel seit den sechziger Jahren. Zur Sicherung des Fortbestandes wurde 1996 die Stiftung Kindermuseum gegründet. Kaysels erhielten von der Uni Bern den Ehrendoktor.

Nach dem köstlichen Mittagessen im Roten Turm – Sozialprojekt mit niederschwelligen Arbeitsplätzen – waren wir fit für den Spaziergang an der Limmat, den ich am Anfang beschrieben habe.

Was für ein erfüllter Tag! Für mich bleibt nur die Frage offen, weshalb wir nur sieben Frauen auf dieser wunderbaren Entdeckungsreise waren.

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